Drohnen sind aktuell in aller Munde. Leider allerdings eher im Kontext weltweiter Konflikte und geopolitischer Spannungen. Auch wenn ihr Ursprung in der militärischen Entwicklung liegt, werden sie heute vielseitig eingesetzt: zur Freizeitgestaltung, in der Vermessung sowie bei Hilfsaktionen. Genau hier möchte ich anknüpfen. Durch die Hochschule Mainz habe ich Zugriff auf unterschiedliche Drohnensysteme. Von Fluggeräten für YouTube-Influencer über Selbstbaudrohnen bis hin zu Enterprise-Modellen mit einer Wärmebildkamera. Gerade bei Letzterem stellt sich schnell die Frage: Wie kann diese Technologie greifbar gemacht werden? Die Idee war schnell geboren: Warum nicht genau das mit der Kinderfeuerwehr einmal ausprobieren? Eine kleine Übung, die Technik, Teamarbeit und das Ganze kombiniert in einem Abenteuer!

Meine Planung
Gesagt, getan: Die Begeisterung konnte ich bei den Betreuern der Kinderfeuerwehr schnell wecken. Ein Termin war gefunden und ich begann mir Gedanken zu machen, wie ich das Ganze umsetzen könnte. Der Plan: eine fiktive Vermisstensuche unter Einsatz einer Thermaldrohne. Was ist eine Thermaldrohne? Eine Thermaldrohne ist mit einer speziellen Kamera ausgestattet, die Wärme sichtbar machen kann. So können Menschen oder Tiere gefunden werden, die sich in Not befinden oder Hilfe benötigen, insbesondere wenn es dunkel ist oder sie sich verstecken. Daneben war ich neugierig: Wie gehen Kinder im Alter von 5 bis 9 Jahren eigentlich mit einer Karte, einer Drohne und deren Steuerung um?

Eine Karte für die Planung und Suche der vermissten Personen (© OpenStreetMap Contributors)

Vorstellung und Fragerunde
An einem sonnigen Samstag im März war es dann soweit: 18 Kinder, drei Betreuer und ein paar Zuschauer. Eines war für mich schon im Vorfeld klar: Sobald die Kinder die Drohne sehen, kommt die Frage: „Dürfen wir auch fliegen?“ Meine Antwort: „Lasst uns das gerne auf später verschieben.“ Für mich war es das erste Mal mit Zuhörerinnen und Zuhörern in diesem Alter eine Übung durchzuführen und ich muss sagen: Es war richtig gut. Die Begeisterung war von Anfang an spürbar, und es wurden Fragen gestellt und Dinge von den Kindern gesagt, mit denen ich so nicht gerechnet hätte: „Darf ich dort mit der Drohne fliegen, wenn der Eigentümer es nicht will?“, „Mein Papa hat auch eine Drohne von Temu für 21 Euro.“ „… und deine Drohne kostet ja so viel wie 20 Nintendo Switch 2!

Vermisstensuche
Dann wurde es ernst, zumindest im Rahmen unserer Übung: Die Vermisstensuche konnte beginnen. Dafür hatten wir im Vorfeld ein Wald- und Wiesengebiet ausgewählt, in dem sich fünf Personen versteckt hatten. Die Aufgabe für die Kinder: Gemeinsam mit der Drohne das Gebiet absuchen und alle „Vermissten“ finden. Und so viel vorweg: Am Ende wurden alle gefunden 😉

Linkes Bild: Normales Bild der Drohne aus der Luft. Die zu suchende Person ist durch den Wald größtenteils verdeckt. Rechtes Bild: Thermalbild der Drohne aus der Luft. Die Person ist aufgrund der Körperwärme durchaus gut erkennbar.

Für mich waren beim Einsatz der Thermaldrohne besonders folgende Punkte interessant: Personen mit Rettungsdecken zu finden, ist durchaus herausfordernd. Die Größe und Topografie des Geländes stellen Geduld und Überblick auf die Probe. Nicht nur beim Pilot sondern auch bei den Kindern. Fünf Kinder gleichzeitig an oder eher über der Fernbedienung erfordern gute Koordination … bei allen Beteiligten. Was ich etwas unterschätzt habe: Wir hatten einen herrlichen Frühlingstag mit etwa 10 Grad und Sonnenschein. Für die Suche nach vermissten Personen ist das allerdings nicht optimal, da sich die Umgebung stärker aufheizt und die Temperaturunterschiede im sichtbaren geringer werden.

Fazit
Für mich bleibt vor allem die Erkenntnis, Kinder können schnell ein Gefühl für Technik entwickeln – und es entsteht viel Begeisterung, wenn man ihnen die Möglichkeit gibt, Dinge selbst auszuprobieren. Lieber Torben, lieber Christoph von der Freiwilligen Feuerwehr Hünstetten-Wallbach, vielen Dank für die Möglichkeit, den Nachwuchsfeuerwehrdamen und -herren den Einsatz einer Drohne bei der Vermisstensuche praktisch zu demonstrieren. Und zu guter Letzt: Vielen Dank an all die interessierten Kinder. Es war mir eine große Freude! Dass am Ende jedes Kind noch selbst (natürlich unter Aufsicht) eine kleine Drohne fliegen durfte, hat diesen Tag wohl sehr gut abgerundet.

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